Im vergangenen Jahrhundert war das Gehöft "Cascina Rul" im Besitz der Familie Allamano, der auch der Ordensgründer des Instituts "La Consolata" entstammt, ein Cousin des berühmten San Giuseppe Cafasso, Seelsorger der Sträflinge und Verurteilten, Symbol dieser Erde rund um Asti, aus deren Schoß Persönlichkeiten von größter Spiritualität hervorgegangen sind, wie Don Bosco, San Domenico Savio und Kardinal Massaia. Wir können uns gut vorstellen, wie San Giuseppe Cafasso auf diesen Hügeln in christlicher Weisheit an die tausendjährige Tradition der römischen Ambarvalien anknüpfte, indem er das uralte Ritual der christlichen Bitttage abhielt, um für Lebenskraft und Fruchtbarkeit für dieses Erdreich zu beten.
Die Familie Meluzzi Valencia hat das Gehöft "Cascina Rul" begeistert und voller Hingabe Ende der achtziger Jahre von Enrico und Giovanni Allamano übernommen (zwei Originale aus Albugnano die heute nicht mehr unter uns sind sondern in der Nähe der kleinen Kirche San Pietro ruhen). Sie hat aus dem Gehöft die Heimstatt einer kleinen Familiengemeinschaft gemacht, die durch immer wiederkehrende Freunde bereichert wird. Weiterhin wurden eine kulturelle Vereinigung für die innere und spirituelle Suche, die den Namen des Gehöfts trägt, sowie ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb mit dem Namen Santa Maria di Vezzolano ins Leben gerufen, der sich dem Weinbau und der Weinherstellung, der Entwicklung der biologischen Landwirtschaft sowie der Beherbergung von Gästen widmet, die sich hier gemäß dem Prinzip des "agriturismo" (den Ferien auf dem Land) seelisch und körperlich stärken können. Wir sind davon überzeugt, dass uns Enrico bei unserem Tagwerk nahe ist: Wenn wir die landwirtschaftliche Arbeit mit neuem Leben erfüllen und - warum auch nicht? - bei der Beherbergung unserer Gäste und bei der menschlichen Fortentwicklung. Zu seiner Zeit wurde das Gehöft "Ca' dle lingere" genannt, die Vorbeikommenden machten dort Rast und blieben eine Weile bei den Allamanos. Für deren herzliche Gastfreundschaft bedankten sie sich dadurch, dass sie ein wenig Brot in dem heute noch existierenden alten Ziegelofen buken. In der Nähe des Klosters Monastero del Rul arbeitet ein medizinisches und psychologisches Therapiezentrum, dass sich der ganzheitlichen Medizin und Naturheilverfahren sowie der Therapie mithilfe unserer treuen Gefährten, den Tieren, verschrieben hat, ganz besonders mit den Pferden im Rahmen der anerkannten Hippotherapie. Uns sind alle Freunde der lebendigen Erde, der Natur, der Traditionen, der Mystikforschung, des Heiligen, des Herren, der Völker, sowie all diejenigen, die wie wir Tierfreunde sind, herzlich willkommen. Die, die dies noch nicht sind, können es, so der Wunsch besteht, bei uns voller Hingabe werden..
Alessandro ist Facharzt für Psychiatrie, Psychologe und Psychotherapeut, überzeugter Umweltschützer und Autor verschiedener Abhandlungen über Naturheilverfahren, Tiertherapie sowie esoterische Bräuche, Traditionen und Erkenntnisse. Er unterrichtet an der Universität von Siena sowie an der Universität von San Marino, darüber hinaus engagiert er sich für die Schaffung der "Freien Universität des Monferrato". Er ist mit Maria verheiratet und Vater von Araceli. Seine Leidenschaft: die Bücher der großen Bibliothek im Turm, der im kommenden Jahr gebaut wird, gregorianische Gesänge, das Schreiben, Pferde, Hunde, Waldspaziergänge....
Maria ist das Organisationstalent der Gemeinschaft. Nachdem sie diese Hügel mit ihren Geschmäckern, Düften und Traditionen lieben gelernt hat, hat sie beschlossen dies alles zu ihrem Beruf zu machen und hat eine kleine Landwirtschaft sowie den Gästebetrieb ins Leben gerufen. Sie ist die Mutter von Araceli; Alessandro hat sie in Bolivien bei einem Fest kennengelernt, das die Indios vom Titicacasee zu Ehren der Virgen de Copacabana ausgerichtet haben. Eben jene Madonna lächelt uns auch in der kleinen Kapelle zu, die an das Bauernhaus angeschlossen ist. Ihre Leidenschaft: Feste, Volksbräuche und -traditionen, ethnische und traditionelle Musik, das Landleben, Tiere, Pflanzen.

Araceli, ist ein sehr aufgeschlossenes und freundliches Mädchen, das alles liebt, was mit Natur zu tun hat. Sie ist glücklich mit ihrem Landleben zusammen mit ihren Hirtenhunden aus der Maremma, die sie jedesmal, wenn sie zur Schule geht oder von dort zurückkommt, stürmisch verabschieden oder begrüßen. Am Wochenende hilft sie dabei, die Hunde, Hühner und Pferde zu füttern. Ihre Leidenschaft: Tiere und Bäume. Häufig sieht man sie mit ihrer kleinen Cousine Giulia unter einer jungen Eiche tuscheln, die sie, wer weiß warum, "Eiche der Geheimnisse" getauft haben. Dieser Baum wird zusammen mit ihnen groß.

Delly ist die Großmutter. Sie hat über lange Jahre hinweg als Verwalterin einer christlichen Institution in Lima gearbeitet, die bedürftigen Menschen in den peruanischen Anden hilft. Sie lebt zwischen Lima und Albugnano und kümmert sich praktisch um alles. Sie ist eine Oma wie aus einem Märchenbuch. Ihre Leidenschaft: Ihre Enkelkinder, Torten backen, Lesen, Gedichte, Musik, Nähen...
Leněn ist der Onkel. Sein halbes Leben hat er als Unternehmer in Lima gearbeitet. Er hat das Chaos der Großstadt verlassen, um auf dem Land zu leben. Er kümmert sich um den Gemüsegarten, den Weinberg und das Funktionieren des Gehöfts. Er hat einen ganz besonderen Umgang mit den Tieren; es ist fast so, als würde er mit ihnen sprechen. Seine Leidenschaft: die Pferde, das Studium der alten esoterischen Traditionen, Gedichte, Musik, Folklore...
Antonio, ist 35 Jahre alt und ist im apulischen Teil des Appenins, oberhalb des Gargano zur Welt gekommen. Allerdings lebt er von Kindesbeinen an im Piemont. Nachdem er über viele Jahre hinweg im Bereich Sport und Sportartikel tätig war, hat er die Freuden des Landlebens, des Weinbaus und des Lebens in einer Gemeinschaft wieder für sich entdeckt. Andererseits ist es wie eine Rückkehr zu den Ursprüngen, da er seine Kinderjahre mit seinen Eltern und Geschwistern in Turin in einem alten Bauernhaus auf den Hügeln des Po verbracht hat.
Karen, wurde vor 35 Jahren in Lima geboren und ist die Frau von Antonio. Sie hat in Lima Tourismus studiert. Seit 1991 lebt sie in Italien. Ihre Leidenschaften sind die Architektur und Ethnographie (in diesem Fach hat sie auch ihre Abschlussarbeit an der Universität angefertigt). Aber auch das Kochen und die ausgeklügelte Suche nach traditionellen Rezepten sind ihre Stärken, ganz besonders Süßspeisen und ihre phantastische Zuckertorte. Sie ist die Mutter von Giulia und Simone.
Giulia, ist ein bezauberndes achtjähriges Mädchen. Sie ist sehr gut in der Schule und zusammen mit Araceli kümmert sie sich um die Brut der verschiedenen hier lebenden Tierarten, die dauernden in Rul auf die Welt kommen.

Simone ist vier Jahre alt und ein tolles Kind. Seit ihm Onkel Alessandro ein Schwert geschenkt und ihm die Geschichte der Tempelritter und von König Artus erzählt hat, träumt er davon, ein echter Ritter zu werden. Außerdem bietet ihm das Ambiente, das ihn umgibt, gute Spielmöglichkeiten. Als wäre all das noch nicht genug hat er nicht einmal Angst vor unseren Pferden und sein Kindergarten liegt ausgerechnet in einem mittelalterlichen Schloss in der nahen Siedlung Moncucco.

Warum die Bezeichnung Kloster (monastero)? Das italienische Wort monastero, das übersetzt Kloster bedeutet, hat seine Wurzeln im griechischen monos, das einer, allein, aber auch isoliert und irgendwie auch essentiell, elementar, fundamental bedeutet. Tatsächlich lebten die ersten Mönche im Theben des 2. Jahrhunderts n. C. als Eremiten in der Wüste. Denken wir zum Beispiel an Sant'Antonio Abate. Das Mönchstum, besonders in der westlichen Welt, unterlag hingegen seit Benedikt von Nursia einer Entwicklung hin zu der Lebensweise innerhalb eines römischen Landgutes, jedoch ohne Unterscheidungen, Sklaverei, sondern in Brüderlichkeit, gemäß dem Prinzip Ora et Labora. Natürlich ist Rul eine weltliche Gemeinschaft, die ihren Ansatz und ihre Ausrichtung in einem Miteinander von neuer Verzauberung der Welt, neuer Heiligsprechung der Erde, der Natur und der Arbeit einerseits und einer authentischen spirituellen Suche andererseits sieht, die offen ist für die Frohe Botschaft und die die Werte der ökumenischen Brüderlichkeit wertschätzt.